Oft werde ich gefragt, wie ich eigentlich dazu gekommen bin, ein Buch über Zirkuslektionen zu schreiben. Eigentlich hatte ich diesen Gedanken schon sehr lange. Ich habe schon vor vielen Jahren angefangen, mich mit der “alternativen” Arbeit mit dem Pferd zu beschäftigen. Dazu zählten neben Horsemanship, Handarbeit, Longenarbeit und Clickertraining eben auch ganz besonders die Zirkuslektionen. Als ich damals mit dem Training begann, wurde ich nicht nur belächelt – denn diese Arbeit kannte man tatsächlich nur aus dem Zirkus – sondern stand auch ziemlich alleine da. Literatur oder Lehrer gab es kaum. Was lag also näher, als den besten Lehrer zu fragen, den wir haben können: das Pferd. Ich probierte viel aus und vieles entstand aus dem Umgang heraus. Je weiter die Ausbildung voranschritt, desto logischer und “einfacher” wurde es.
Ich merkte, mit wie viel Spaß und Freude die Pferde dabei waren und wie viele, positive Eigenschaften die Zirkuslektionen zu vermitteln mochten. Und als ich merkte, dass das Interesse daran groß war, begann ich, meine Erfahrungen niederzuschreiben. Hier entstand 2001 die erste Version meiner Website. Von Jahr zu Jahr wurden es mehr Texte und wann immer ich neue Erfahrungen machte, wann immer mir wieder etwas einfiel, ergänzte ich diese. So wuchs die Website zu einer umfangreichen Anleitung, die wohl in dieser Ausführlichkeit einzigartig war.
Mit der Zeit stieg auch die Anzahl der erschienenen Bücher auf dem Markt und auch die Anzahl der Trainer wuchs beachtlich. Wenngleich ich selbst schon viele Erfahrungen in meinen Texten verarbeitet hatte, verschlang ich nach wie vor jede Neuerscheinung zum Thema. Und jedes Mal fehlte mir irgendwas im Buch beim Lesen. Natürlich gibt es auch hier gute Literatur, aber man entwickelt doch mit der Zeit als Schreiberling seinen eigenen Stil. Der Wunsch, selbst ein Buch zu schreiben, entwickelte sich allmählich, denn mir liegt viel daran, diese Art der Arbeit möglichst weitläufig bekannter und vor allem anerkannter zu machen. Zirkuslektionen werden noch immer viel zu stiefmütterlich behandelt – das wollte ich ändern. Ich begann also, meine Texte zu einem zusammenhängenden Buch zu vereinen.
Das Manuskript war noch nicht einmal ganz fertig, als ich aufgrund privater Ereignisse von meinem Vorhaben abgebracht wurde und es für einige Zeit auf meiner Festplatte unterging. Erst als 2009 ein guter Bekannter selbst ein Buch veröffentlichte, fasste ich den Mut, das Vorhaben neu aufzurollen. Ich überarbeitete das Konzept des Buches und auch die Texte noch einmal und habe das “Vorschlags-Manuskript” an den Cadmos Verlag geschickt. Wenn ich mein Buch verlegen wollte, dann nur hier, da der Cadmos Verlag mir in der Vergangenheit besonders durch qualitativ hochwertige und ansprechende Arbeit aufgefallen war und immer für neue Konzepte offen stand. Nach der Empfangsbestätigung, passierte erst mal einige Zeit gar nichts. Die Entscheidung, ein Buch zu veröffentlichen ist natürlich gerade für einen Verlag immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden, insbesondere dann, wenn es sich bei dem Autor um jemanden wie mich handelt, dessen Bekanntheitsgrad nicht bis “Nord-Amerika” reicht
Und natürlich erhielt ich eine Rückmeldung vom Verlag. Man wollte mit mir zusammenarbeiten. Es war ein wenig wie Weihnachten und Silvester zusammen, als man mir dir Botschaft übermittelte. Natürlich mussten wir die Rahmenbedingen noch festlegen, aber: mein Buch sollte verlegt werden.
Zuerst mussten wir uns über den Umfang klar werden, was sollte rein in das Buch und in welcher Ausführlichkeit, was “musste leider draußen bleiben”, weil auch ein solches Buch nur eine begrenzte Anzahl an Seiten zur Verfügung hat. Für mich stand fest, dass ich alles so ausführlich wie möglich beschreiben wollte. Ich wollte keines von diesen Büchern schreiben, bei denen man schon bei dem ersten Problem aufgibt und/oder sich noch ein neues, anderes Buch kauft. Bücher, die sich mit einer Ausbildungsmethode befassen, gab es schließlich auch schon genug. Aber gerade die Individualität der Ausbildung und der Partner war es doch, was die Zirkuslektionen so interessant machten. Natürlich führen viele Wege nach Rom und auch Rom, wurde nicht an einem Tag erbaut, aber zumindest hatte man irgendwann mal mit dem Bau angefangen
Dann ging es für mich noch einmal richtig los. In aller Ausführlichkeit habe ich Wort für Wort, Satz für Satz und Seite für Seite überarbeitet und meinen Erfahrungen angepasst. Einige Unterkapitel habe ich noch hinzugefügt. Viele Abende vergingen, in denen ich allein oder mit meinen engsten Freunden im Garten saß und an den richtigen Formulierungen gefeilt habe. Hier noch mal ausdrücklich, wie auch im Buch erfolgt, mein Dank für eure Geduld und eure guten Ideen und Denkanstöße. Denn in der Tat wird man selbst manchmal ein wenig “Betriebsblind”, wenn man seine Texte immer und immer wieder liest und umformuliert.
Als das Buch in der Rohfassung vorlag, kam die Lektorin des Verlags, Anneke Bosse, zum Zug. Ein paar Änderungen wurden unter uns abgestimmt und das Manuskript ging einige Male hin und her. Als wir hiermit abgeschlossen hatten, machten wir uns Gedanken darüber, welche und wie viele Fotos an welchen Stellen des Buches platziert werden sollten. Eine Art “Regieanweisung” für das anstehende Fotoshooting wurde erstellt und ein Termin mit dem Fotografen gemacht. Dieser war offenbar vom Pech verfolgt, denn ein Unfall verhinderte uns, so dass unser Team beim Shooting von der Fotografin Karen Diehn ergänzt wurde. Natürlich! hatte es ausgerechnet am Tag davor so geregnet, dass unser Platz nicht zu gebrauchen war und wir die Fotos letztlich auf der Wiese gemacht haben. Alle Freunde und Schüler haben mit Ihren Pferden großartige Arbeit geleistet, so dass wir innerhalb eines Tages die meisten der Fotos “im Kasten” hatten. Nur ganz wenige Fotos haben wir einige Tage später noch einmal “nachgeschootet” (danke an Gabi Appelt für ihr “gutes Auge” an dieser Stelle). Nach einer Vorauswahl haben wir aus vieeelen hundert Fotos die etwa 100 Fotos für das Buch ausgewählt, diese Platziert und mit den richtigen Texten versehen. Ich sage euch, das war keine leichte Arbeit und auch hier hab ich mich über die Unterstützung meiner Freunde sehr gefreut. Jeder achtet schließlich auf andere Dinge. Auch das Titelfoto sorgte noch für Diskussionsstoff, bis es final ausgewählt war.
Nun fehlte nur noch das Layout. Was heißt “nur noch”? Gerade! das Layout ist schließlich mitentscheidend für die Kaufentscheidung, neben dem richtigen Inhalt natürlich
Hier hat der Verlag, so wie ich es gewohnt war, großartige Arbeit geleistet. Ich war von Anfang an begeistert. Als ich den Umschlag mit den Farbausdrucken in der Hand hatte, war es schon ein seltsames Gefühl. Alles in Farbe zu sehen, das Layout, meine Texte, mein Pferd, meine Freunde und Schüler auf den Fotos… Jetzt wurde es das erste Mal so richtig klar, dass es “Ernst” wurde. So konnte die Endabnahme bald erfolgen. Und es folgte zuletzt eine ganz elendig lange Zeit (so habe ich es jedenfalls empfunden
), bis das Buch endlich in den Druck ging.
Ein gutes Jahr verging dann von der Entscheidung, das Buch zu verlegen, bis zur Veröffentlichung. Und endlich war es so weit. Wenige Tage vor der Veröffentlichung hatte ich endlich meine Belegexemplare in der Hand und war, offen gestanden, ziemlich überwältigt. Soviel Arbeit, die ich so gern gemacht habe, aber die mich natürlich auch fast ein Jahr meiner “Freizeit” gekostet hatte (ich war schließlich Voll-Berufstätig), und endlich war es nun soweit. Mein Buch zum Anfassen
Und dann ging es schon einige Tage später in den Verkauf und die Geschichte nahm seinen Lauf – bis jetzt. Und ich bin immer noch genauso zufrieden mit dem Buch, wie am ersten Tag! Und ich hoffe so sehr, dass ich damit viele Menschen erreichen kann und so ein ganz kleines Bisschen dazu beitragen kann, den Alltag unserer vierbeinigen Partner zu bereichern und mehr Verständnis für unsere vierbeinigen Partner aufzubringen!
Vielen Dank an alle Beteiligten für eure Unterstützung!
Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, dann auf zum nächsten Buchhandel. Natürlich könnt ihr das Buch auch über den Cadmos Verlag beziehen
Außerdem findet Ihr auf meiner Seite natürlich noch ein paar weiter Infos zu meinem Buch, wie zum Beispiel das Inhaltsverzeichnis, die Buchbeschreibung oder Leserfeedback.

