Freestyle Horse ConventionAb dem 1, Januar 2014 tritt das neue, reformierte Abzeichensystem der FN in Kraft. Ein 10-stufiges System soll nun mehr Anreize schaffen, auch für Erwachsene und wie es scheint “schwächere Reiter”. Mit der neuen Prüfung “Bodenarbeit” möchte man ganz offensichtlich den Ansprüchen der derzeitigen Bewegung im Freizeitbereich nachkommen und mehr Wert auf gute Grundlagen und die Beziehung zwischen Pferd und Mensch legen.

Ein Schritt in die richtige Richtung. Wie es scheint. Denn mit den Anforderungen hält sich die FN bedeckt, ebenso mit der Frage, wer denn das neue Abzeichen abnehmen soll und darf. Im offiziellen Flyer der Abzeichen ist das Abzeichen nicht fgeführt bzw. es wird auf den örtlichen Verband verwiesen, die FN hüllt sich in Schweigen. Recht sicher ist, dass die FN auch hier an ihre Ausrüstungsbestimmungen für die GHP anknüpft, also das Führen des Pferdes mit Trense vorschreibt und somit sicherlich gerade im Bereich der Freizeitreiter auf einiges an Unverständnis stoßen wird. Ein nicht unerheblicher Teil der immer mehr werdenden Freunde des gebisslosen Umgangs mit dem Pferd wird hier, ebenso wie es 2012 bei der neuen Bestimmung für die GHP geschah, ausgeschlossen.

Statt mit dieser neuen Prüfung eine Brücke zu schlagen, scheint es, als wolle man “unter sich” bleiben und noch näher zusammenrücken, als scheint kein Platz für diese neue Bewegung. Oder befürchtet man gar, dass ein großer Teil der FN angeschlossenen Reiter einer Prüfung ohne Gebiss “aus Sicherheitsgründen” gar nicht standhalten könne? Hat die FN Angst vor der eigenen Courage? Müsste man sich durch die Öffnung der Ausrüstungsbestimmungen in der Aufklärungsarbeit über den Umgang mit dem Pferd, unabhängig vom Reiten, sogar Versäumnisse eingestehen? In jeder anderen Reitweise ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, Pferde auch am Boden ohne Gebiss zu arbeiten, noch lange bevor sie das erste Mal Kontakt zu einem Gebiss haben.

Statt einmal mehr nach rechts und links zu schauen, hält man fest an liebgewonnen Bräuchen!
Zu den Ausbildungsinhalten ist nach wie vor nicht viel zu sagen. Führen, Wenden, Rückwärts, sowie einige Aufgaben an der “Kurzlonge” heißt es in der neuen APO 2014. Immerhin.
Eine sinnvolle Idee ist es in jedem Fall, auch die Bodenarbeit in das Prüfungs- und Ausbildungssystem der FN zu integrieren. Leider fürchte ich, dass es auch hier wieder einmal die falschen anspricht und so sicher nicht dazu führt, dass die große Anzahl der “unorganisierten” Freizeitreiter sich näher in Richtung des Dachverbands orientiert. Nun warten wir gespannt auf weitere Details im neuen Merkblatt, das hoffentlich hier etwas konkreter wird.